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DÜRER UND DER STRAßENDIEB

Mein nächster Roman wird ein historischer. Eine Mischung aus Abenteur- und Künstlerroman. Er spielt im ausgehenden Mittelalter zwischen 1494 und 1495. Albrecht Dürer hat in der Zeit seine erste Reise nach Venedig unternommen, wahrscheinlich, sagen viele Forscher, andere glauben, dass er nicht über Südtirol hinaus gekommen ist. Interessant ist, welchen Schub Dürers künstlerischen Fähigkeiten und sein Selbstwertgefühl durch die Reise bekommen haben. Er wurde vom Kunsthandwerker zum freischaffenden Künstler, ein unerhörter Sprung, den kein deutscher Künstler vor ihm getan hatte.Weil dieses Kapitel seiner Biografie wissenschaftlich betrachtet weitgehend im Dunkeln liegt, ist es beste Grundlage für einen Roman. Liebe, Versuchung, Eitelkeit, Schaffensdrang, Ehefrust, hohe Politik, niedere Instinkte, Geld, Diebstahl, Mord, die Erfindung des Steckbriefs, Ménage à trois, Renaissance, Untergang des Rittertums, päpstliche Machenschaften, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Geburt des Humanismus – die Liste der tags ist endlos.

Die ersten 100 Seiten sind geschrieben…

DER POLIZIOTTO

Beide Poliziotto-Roman wurden verfilmt. Für die ARD, 20:15 prime time, jeweils 90 Minuten lang. Das meiste, was für mich das Vergnügen bei den Romanen ausmacht, ist dabei auf der Strecke geblieben. Aber: Filme versenden sich, wie es so schön heißt. Bücher bleiben.

TOSKANA FÜR ARME

Das Drehbuch? Schwierig.

Der Roman erzählt viele kleine Geschichten in drei Zeitebenen. Es gibt keine gerade, dramatische, über allem liegende Handlung. Da geht es um die Freundschaft zwischen Max und Gino. Um die Liebe zwischen Gino und Valerie. Um den Versuch, sich zu verlieben zwischen Valerie und Max. Um eine Beerdigung, bei der alles schief läuft. Um das Leben der Menschen auf dem Monte Dolciano. Ums Käse machen. Um Tiefflieger. Undundund.

Für ein Drehbuch ist das eine schlechte Voraussetzung. Klassische Filmgeschichten werden weitgehend linear erzählt. Je weniger das der Fall ist, desto schwieriger wird es. Für den Autor, aber eben auch für den Zuschauer. Wer “Memento” von Christopher Nolan kennt, weiß, wie fordernd das werden kann.

Jetzt ist es jedenfalls geschafft, und es geht in die nächste Runde: Regisseur und Co-Produzenten finden etc. Was toll ist: Inzwischen  finden sich immer mehr Menschen, die große Lust haben, bei dem Filmprojekt “Toskana für Arme” mitzumachen. Weil sie die Welt auf dem Monte Dolciano lieb gewonnen haben. Beim Filmemachen gibt es nichts Schöneres. Das ist wie eine wunderschöne Liebesbeziehung, die man für eine bestimmte Zeit eingeht.